Gewisse Nebenwirkungen sind antibiotikaspezifisch. Wir empfehlen immer auch die Packungsbeilage zu konsultieren. Allen Patienten kann empfohlen werden bei länger andauernden oder sehr stark ausgeprägten Nebenwirkungen ihren Arzt oder Apotheker zu kontaktieren.

 

 

Allergien

Allergien, welche zu einem Hautausschlag und Juckreiz führen sind häufig harmlos und bedürfen keiner weiteren Massnahme. Wenn der Juckreiz sehr störend ist können lokale antiallergische Salben/Gels oder Sprays helfen. Wenden Sie sich dabei an Ihren Apotheker oder Arzt. Wenn sich hingegen grossflächige Blasen auf der Haut bilden, wenn Schwellungen der Schleimhäute in Mund und Rachen oder Atemschwierigkeiten auftreten ist dies ein Alarmzeichen und Sie müssen sofort einen Arzt oder eine medizinische Notfallstation aufsuchen. Wenn Sie schon einmal auf ein Antibiotikum allergisch reagiert haben müssen Sie das vor einer erneuten Verordnung Ihrem Arzt oder Apotheker unbedingt mitteilen.


Durchfall

Der Durchfall ist die häufigste Nebenwirkung nach Antibiotikaeinnahme, unangenehm aber meistens harmlos. Ausgelöst wird der Durchfall durch eine Störung der Darmflora, da durch die Antibiotika auch die normale Bakterienbesiedelung des Darmes angegriffen wird. Tritt ein massiver und/oder blutiger Durchfall auf muss der Arzt oder Apotheker kontaktiert werden. Die gesunde Darmflora kann während der Antibiotikabehandlung unterstützt oder wieder aufgebaut werden durch Einnahme von Probiotika in Joghurt, Kefir oder Quark. Dabei ist es aber notwendig, dass ein Abstand von ca. 2 Stunden zur Einnahme der Antibiotika beachtet werden sollte. Ebenfalls hilfreich kann eine Unterstützung der gesunden Darmperistaltik sein durch ballaststoffreiche Ernährung. Achten Sie bei Durchfall auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr (Tee, Wasser), da viel Wasser über den Darm verloren geht.


GEFÄHRDETE ANTIKONZEPTION

Bei Einnahme von Antibiotika kann es möglicherweise zu einer Wirkungsabschwächung der Anti-Baby-Pille kommen, sodass die Empfängnisverhütung beeinträchtigt ist. Ebenfalls bei Durchfall oder Erbrechen unterder Antibiotikatherapie kann es zu einer Beeinträchtigung kommen. Deshalb sollte bei einer Antibiotikatherapie bis zur nächsten Regelblutung ein nichthormonelles Verhütungsmittel zusätzlich angewendet werden. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt über die Einnahme einer hormonellen Antikonzeption.


Gelenk- und Sehnenschmerzen

Bei gewissen Antibiotika können Gelenk- und Sehnenschmerzen auftreten und dies auch noch Tage bis Wochen nach der letzten Einnahme. Häufig verschwinden diese Beschwerden aber wieder nach einer gewissen Zeit und es braucht keine weiteren Massnahmen. Sollten diese jedoch längere Zeit andauern oder sollten Sie gar innerhalb der Antibiotikabehandlung bereits Schmerzen verspüren kontaktieren Sie so rasch als möglich Ihren Arzt oder Apotheker. Bei einer erneuten Antibiotikaverordnung durch Ihren Arzt muss er von Ihnen unbedingt auf diese Nebenwirkung aufmerksam gemacht werden.


Neurologische Nebenwirkungen 

Unter Antibiotikatherapie können selten auch mal Kopfschmerzen, Nervosität, Unruhe, Hörstörungen, Verwirrtheit oder gar Halluzinationen auftreten. Kopfschmerzen, Nervosität oder Unruhe sind zwar lästige aber eher harmlose Nebenwirkungen und bedürfen im Normalfall keinen weiteren Massnahmen. Allenfalls kann bei Kopfschmerzen vorübergehend ein übliches Kopfwehmittel eingenommen werden. Treten aber Hörstörungen, Verwirrtheit oder Halluzinationen auf sollten Sie so rasch als möglich Ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren.


Photosensibilität

Gewisse Antibiotika können zu einer Überempfindlichkeit der Haut auf Sonnenbestrahlung (Photosensibilität) führen. Bereits bei geringer Lichtbestrahlung entwickelt die Haut einen übermässigen Sonnenbrand, einen Ausschlag oder Symptome wie Juckreiz oder Brennen. Man sollte deshalb eine übermässige Sonnenexposition und Solarien meiden und sich mit entsprechender Kleidung oder Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. 30) schützen. Wenn der Juckreiz sehr störend ist können lokale antiallergische Salben/Gels oder Sprays helfen. Wenden Sie sich dabei an Ihren Apotheker oder Arzt.


Scheidenpilz

Eine häufige Nebenwirkung bei Frauen unter Antibiotikatherapie ist die Entstehung eines Scheidenpilzes. Dies ist desto häufiger der Fall je länger die Antibiotikaeinnahme notwendig ist. Eine wirksame Prophylaxe dagegen gibt es leider nicht. Bei Auftreten der ersten Symptome können Scheidensalben oder Scheidenzäpfchen helfen. Wenden Sie sich dabei an Ihren Apotheker oder Arzt.


Schwindel

Der Schwindel unter der Antibiotikabehandlung kann verschiedene Ursachen haben. Einerseits kann es durch einen Blutdruckabfall wegen Flüssigkeitsverlust bei Durchfall oder Erbrechen oder als neurologische Nebenwirkung durch eine direkte zentralnervöse Wirkung des Antibiotikums dazu kommen. Deshalb ist es wichtig auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Bei Schwindel soll man unbedingt auf das Führen von Motorfahrzeugen verzichten. Ebenfalls sollte man keine Arbeiten in grosser Höhe oder mit Sturzgefahr, sowie Arbeiten an gefährlichen Maschinen durchführen. Bei andauerndem oder schwerem Schwindel sollte der Arzt oder Apotheker kontaktiert werden.


Übelkeit/Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind nicht seltene Nebenwirkungen von Antibiotika. Diese können anfangs häufig auftreten und klingen während der Dauer meistens wieder ab. Wenn die Übelkeit leicht ist können Hausmittelchen wie Tee oder Kräutertropfen helfen. Bei stärkerer Übelkeit oder gar Erbrechen können auch entsprechende Medikamente helfen. Eventuell ist auch ein Wechsel des Antibiotikums sinnvoll. Wenden Sie sich deshalb in solchen Fällen an Ihren Arzt oder Apotheker. Falls der Abstand zwischen der Antibiotikaeinnahme und dem Erbrechen länger als eine halbe Stunde beträgt, kann man davon ausgehen, dass das Antibiotikum vom Körper bereits aufgenommen wurde und entsprechend wirksam ist. Weitere Massnahmen sind dann nicht notwendig. Bei Erbrechen ist wie beim Durchfall darauf zu achten, dass genügend Flüssigkeit zugeführt wird. 


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Zahnverfärbung

Gewisse Antibiotika können während der Kindsentwicklung durch Einlagerungen in den Zahnschmelz zu irreversiblen Zahnverfärbungen führen. Deshalb sind gewisse Antibiotika bei Schwangeren, Stillenden und Kindern vor Abschluss der Zahnbildung absolut kontraindiziert. Aber auch bei anderen Antibiotika sind Zahnverfärbungen durch Ablagerungen möglich. Diese Zahnverfärbungen sind aber grösstenteils innerhalb weniger Wochen bis Monate reversibel. Sie können mit gründlichem Zähneputzen oder auch mechanisch durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin entfernt werden.